Schopenhauers Philosophie

Gegenüber den anderen deutschen Philosophen, die bis dato die Vernunft im Menschen als Ursprüngliches ansahen, behauptete Schopenhauer, dass das Wesentliche im Mensch nicht die Vernunft, sondern der Wille sei. Dieser Wille ist zeit- und grenzenlos und will nichts anderes als einfach nur Wollen. Er hat weder Gedanken noch Vernunft.

Sowie der Philosoph Friedrich Hegel in der Materie nur eine Erscheinungsform des göttlichen Geistes sieht, so sieht Schopenhauer in der gesamten Welt, egal ob unbelebt oder belebt, eine Existenzform dieses Urwillens.
Dementsprechend ist auch der menschliche Körper nur eine Erscheinungsform dieses Willens und ist somit mit ihm identisch. Der Wille erscheint uns im Körper und dessen Handlungen drängen uns tief in unserem Innern unaufhörlich dazu, leben zu wollen.

So bekommt der Wille bei Schopenhauer auch eine Bedeutung im Bereich der Sexualität. Er ist es, der in unserem Innern den Geschlechtstrieb verursacht, weil er, laut Schopenhauer, die Existenz der menschlichen Rasse sichern will, um auch in den nachkommenden Generationen selbst zu existieren.
Hierfür bedient er sich der Liebe zwischen Mann und Frau, die demnach nur eine Täuschung, ausgehend vom Willen, ist.

Da Wollen aber zugleich auch das Prinzip des Unglücks bzw. der Unzufriedenheit ist und der Wille in jedem Menschen existiert, müssen alle Menschen unglücklich ihr Dasein verbringen. Als Erlösung von den blinden Universalwillen, sah Schopenhauer die Weltverneinung und Interessenlosigkeit. Eine andere Möglichkeit besteht in der mitleidigen Tat, die dem Menschen hilft, seinen eigenen Egoismus zu überwinden. Die Nächstenliebe soll das verbindende Element der Menschheit sein.

Schopenhauer über die Frauen:
In seinem vielzitierten Essay "Über die Weiber" schreibt er: "Sie sind sexus sequior, das in jedem Betracht zurückstehende, zweite Geschlecht, dessen Schwäche man demnach schonen soll, aber welchem Ehrfurcht zu bezeugen über die Maßen lächerlich ist und uns in ihren eigenen Augen herabsetzt."

Daraus folgert er:
"Alle Verliebtheit, wie ätherisch sie sich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe."


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