Nietzsches Philosophie


Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, erschienen 1872















Der Gott der Feste und des Weines Dionysos                                                                                  Apollon, der Gott der Kunst und Musik


Da sich laut Nietzsche das Dionysische und das Apollinische in Richard Wagners Musik ebenfalls vereinen, sieht er eine neu entstehende tragische Kunst, die aus den gleichen Wurzeln entspringt wie der griechische Tragöde.

Wirkung des Schriftstücks: ,,Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik'' blieb meist unverständen, selbst Freunde Friedrich Nietzsches erkannten nicht, was er ausdrücken wollte, oder lehnten seine Idee, falls doch verstanden, strikt ab. Um Nietzsche nicht zu kränken, schwiegen fast alle sein Werk tot.


Die Vier Unzeigtemäßen Betrachtungen


1. David Strauß, der Bekenner und der Schriftsteller, erschienen 1873

Nietzsche wurde von Richard Wagner dazu bewegt, den Theologen David Friedrich Strauß zu kritisieren, da der berühmte deutsche Komponist diesen nicht leiden kann.

In der Kritik Nietzsches wird David Friedrich Strauß als der ,,deutsche Bildungsphilister" dargestellt. Sowohl Nietzsches Freunde als auch Friedrich David Strauß waren über diese heftige Kritik sehr verwundert, da Strauß sonst nie in heftigen Diskussionen war.(das Bild rechts zeigt David Friedrich Strauß)







2. Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, erschienen 1874

Unterscheidung in drei Einstellungen zur Historie:

1. Die antiquarische Historie:
=> Die antiquarische Historie ist das „Anhängen“ an allen alten Dingen.
=> Kann zur Hemmnis der Entwicklung werden, da man alles Neue ablehnt.

2. Die monumentale Historie:
=> Die monumentale Historie entnimmt der Vergangenheit auffordernde Vorbilder.
=> Darf allerdings ebenfalls nicht zur alleinigen herrschenden Einstellung werden.

3. Die kritische Historie:
=> Die kritische Historie ist nicht der Gerechtigkeit verpflichtet.
=> Sie muss ungnädig und ungerecht urteilen, wenn es das Leben erfordert
Alle drei Historien sollten zur Geltung kommen, jedoch stets nach Maß und nicht allein herrschend.




Schopenhauer als Erzieher, erschienen 1874

Nietzsche geht es in diesem Buch nicht um Schopenhauers Philosophie, sondern um seinen Charakter, den „genialen, aufrichtigen Denker“, der sich seiner Größe bewusst ist. Jeder sollte sich diese Persönlichkeit als Ideal setzen.

Ein Ziel des Buches ist es, Schopenhauer für seine Philosophie zu „danken“, da diese Nietzsche selbst sehr beeinflusst hat.(rechts ein Bild von Arthur Schopenhauer)






















Richard Wagner in Bayreuth, 1876

Die Unzeitgemäßen Betrachtungen enden mit diesem Werk, das eine Huldigungsschrift an Schopenhauer darstellt. Auch beginnt nach Veröffentlichung von ,,Richard Wagner in Bayreuth'' Nietzsches erstes philosophische Stadium.(links ein Bild von Richard Wagner)




















Also sprach Zarathustra

Nietzsches Hauptwerk „Also sprach Zarathustra“ besteht aus 4 Bänden, wobei das Manuskript des 1. Bandes innerhalb von nicht mehr als 10 Tagen fertig geschrieben wurde, beinhaltet viele Gedichte und ist bildhaft geschrieben. Hauptperson ist Zarathustra, der seinen Namen von einem iranischen Propheten (ca. 1000 v. Chr.) erhielt. Wie dieser Prophet bringt nun auch Zarathustra eine völlig neue Lehre an die Öffentlichkeit, nachdem er lange abgeschieden auf einem Berg lebte.

Der Wille zur Macht:

-Das Wesen der Welt ist der Wille zur Macht [„Und nichts außerdem!“]
-Alle Religion und Philosophie, die neben die Welt noch eine andere „ideale Welt“ setzt (z. B. Platons Ideenlehre, Jenseitsvorstellung des Christentums), muss als falsch betrachtet werden) [„Bleibt der Erde treu!“].
-Der Wille zur Macht steckt im jeden Menschen. Er besteht aus der Selbstzerstörung und der Selbsterschaffung.

Der Übermensch:

Friedrich Nietzsche sieht in den Übermenschen den Sinn der Welt. Zum Übermenschen wird der Mensch, welcher nur eine Brücke zwischen Tier und Übermensch darstellt, indem er den Willen zur Macht hat, jenes Prinzip, das besagt, dass man sich selbst verachten muss, um sich stets neu zu schaffen und dadurch immer besser zu werden. Auch kann man dies als ein Streben danach immer besser zu sein als man ist bezeichnen. Folglich ist der Mensch lediglich ein Zweck, ein Abgrund und ein Übergang, dessen Überwindung direkt zum Übermenschen führt.


Die ewige Wiederkunft:

Nietzsches „tiefster Gedanke“ ist die Vorstellung, dass alles Gegenwärtige bereits in der Vergangenheit unendlich oft geschehen und in unvorstellbar vielen Konstellationen und Varianten passiert ist.

Um das Verständnis Nietzsches "tiefsten Gedankens" zu verbessern, ist es nützlich sich kurz das Gleichnis vor Augen zu führen, das er selbst benutzte, um seine Idee zu verdeutlichen: Er beschrieb die Zeit als einen langen Weg, über den sich ein Steinbogen befindet. Alles, was unter dem Steinbogen ist, stellt die Gegenwart dar. Vor der Gegenwart liegt eine Ewigkeit und wenn man nach hinten in die Vergangenheit blickt, sieht man auch ins Ewige. Eben weil eine Ewigkeit vor die Gegenwart zu setzen ist, ,,muss" laut Nietzsche alles bereits einmal geschehen sein und dies in allen möglichen Konstellationen.
An dieser Stelle wäre es recht interessant, sich die gegenwärtige Vorstellung des Urknalls vor Augen zu führen, denn diese besagt prinzipiell, dass Nietzsches ,,tiefster Gedanke" rein theoretisch durchaus möglich wäre.

Der Antichrist

Das Christentum ist eine Sklavenmoral, es verneint das Leben.
Warum? Der Begriff „Sünde“ macht jedes Menschenleben ohne Grund verächtlich.
Das Christentum hat eine Sklavenmoral hervorgerufen und sie zur Herrschenden „werteliefernden“ Moral gemacht.

1. Nietzsche will die falschen Werte „umwerten“, indem er sie „zertrümmert“ und neue Werte schafft (Umwertung aller Werte).
2. Nietzsche sieht seit Anbeginn Herrschaft der Sklavenmoral, seit Aufleben des Christentums, einen großen Teil der Menschheitsgeschichte, der einen falschen Weg einschlug.
3. Außerdem haben Rationalismus und die neuen Wissenschaften den christlichen Glauben überaus unglaubwürdig gemacht (Bsp.: Descartes Gottesbeweis, Spinozas Idee, Gott sei in allem)

Dazu ein Zitat von Nietzsche, welches auch erkennen lässt, dass Nietzsche eine sehr ausdrucksvolle und einprägsame Art des Schreibens hatte:

,,Gott ist tot! Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet, – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? [...] Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?“

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