Hegels Leben


Georg Wilhelm Friedrich Hegel wurde am 27. August 1770 in Stuttgart geboren. Er war der älteste Sohn von Georg Ludwig Hegel, dem herzöglichen Rentkammer-Sekretärs. Er wuchs in einem protestantisch - pietistischen Elternhaus auf und wurde im Sinne der Aufklärung erzogen. Er war Schüler des Stuttgarter Gymnasiums und führte ein Tagebuch mit ernsthaften Reflexionen z.B. über Gott und die Welt, Glück, Mathematik, Naturwissenschaften.

Sein Vater ermunterte ihn Geistlicher zu werden, und so studierte er von 1788- 1793 im Tübinger Stift, der altberühmten schwäbischen Theologenschule, Theologie und Philosophie. Seine Freunde, der spätere Dichter Hölderlin und der spätere Philosoph Schelling, nannten ihn den „alten Mann“, weil er eher langsam war. Doch er war auch ein in die Tiefe bohrender Denker und machte sich über vieles Gedanken. Gemeinsam begeisterten sich die drei Freunde für Kant und für die französische Revolution.

Hegel entschloss sich nach dem Studium doch nicht Geistlicher zu werden und nahm Hauslehrerstellen in Bern (1793-1796) und in Frankfurt am Main (1797-1800) an.

Durch das Erbe nach dem Tod seines Vaters konnte er die Hauslehrerstelle aufgeben und wurde 1801 als Privatdozent an die Friedrich-Schiller-Universität in Jena berufen. Ab 1805 war er außerordentlicher Professor. Seine Vorlesungen waren schwer verständlich. Zum einen wegen seinem breiten schwäbischen Dialekt und zum anderen wegen des Tiefsinns seiner Vorlesungen. Da sein Einkommen eher mäßig war, musste er regelmäßig den beauftragten Minister Goethe um Zuschüsse bitten. 1802/03 gab Hegel gemeinsam mit Schelling das „Kritische Journal der Philosophie“ heraus.

Nach der Schlacht bei Jena 1806 musste Hegel vor den Kriegsereignissen flüchten. Sein Haus wurde von den Franzosen geplündert, seine Gehaltszahlungen eingestellt und Hegel wurde arbeitslos. Doch vor der Flucht hatte Hegel Napoleon auf seinem Pferd gesehen. Am 13. Oktober 1806 schrieb er an einen Freund, er habe „ die Weltseele reiten sehen“, so sehr war er von diesem Mann beeindruckt.
Sein erstes Buch, die „ Phänomenologie des Geistes“ nahm er als Manuskript mit nach Bamberg. Er veröffentlichte es 1807. Im Frühjahr dieses Jahres übernahm er die Redaktion der Bamberger Zeitung als leitender Redakteur. Doch diese Arbeit gefiel ihm nicht und so wechselte er im Herbst 1808 nach Nürnberg und übernahm dort die Rektorenstelle des Ägidiengymnasiums. 1811 heiratete er Maria Helena Susanne von Tucher, die Tochter eines Nürnberger Senators.

1812, 1813 und 1816 veröffentlichte er „Die Wissenschaft der Logik“, und wurde daraufhin als Professor an die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg gerufen. Ein Jahr später veröffentlichte er die „ Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften“. Dieses war und ist Grundbuch der Hegelschen Lehre, da es ein geschlossenes System seiner ganzen Philosophie darstellt.
1817 kam ein Ruf aus Berlin: Hegel sollte der Nachfolger von Johann Gottlieb Fichte an der Humboldt-Universität werden. Er gewöhnte sich zwar nur langsam an Berlin aufgrund den ganzen „Schnapsboutiquen“, aber später wollte er gar nicht mehr fort aus Berlin. 1821 erschienen seine „Grundlinien der Philosophie des Rechts“.

Er galt nun als preußischer Staatsphilosoph. In Berlin erreichte er seine größte Wirksamkeit. 1826 gründete er die Jahrbücher für wissenschaftlichen Kritik. 1830 wurde er zum Rektor der Berliner Universität gewählt. In mehreren großen Reisen besuchte er die Kunstzentren Europas. Am 14. November 1831 starb er mit 61 Jahren an Cholera. Auf seinen Wunsch hin wurde er auf dem Dorotheenstädter Friedhof (Hugenottenfriedhof) in Berlin neben Fichte beigesetzt.


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