Descartes` Philosophie

Descartes gilt bis heute als der Begründer der Neuzeit. Grund dafür ist vor allem seine Idee, Philosophie nach einer bestimmten Methode, ähnlich wie in der Mathematik, zu betreiben.

Auch ein wichtiger Faktor dafür, dass er als Begründer der Neuzeit gilt, ist die Tatsache, dass er vor seinem eigenen Philosophieren all das, was andere Philosophen als Erkenntnis vorbrachten, ,,über Board warf".

Auf nichts, was irgendeiner von ihnen je sagte, ist ein hundertprozentiger Verlass. Nachdem Descartes alles an Philosophie als nichtig erklärte, wollte er seine eigene Philosophie aufbauen, doch um einen hohen Turm, den er zuvor abegrissen hatte, vollkommen neu zu errichten, bedarf es eines guten Fundamentes. Also suchte Descartes nach einer Wahrheit, der er sich absolut gewiss sein konnte. Von diesem Punkt aus, könne er dann durch logische Schlüsse eine Philosophie hervorbringen, die auf eine Gewissheit beruht und so ebenfalls wahr sein müsste.
Zuerst jedoch galt es, nicht nur an den Lehren der anderen Philosophen zu zweifeln, sondern allen Sinneseindrücken und Wahrnehmungen überhaupt. Alles, was Descartes mit seinen Sinnen wahrnahm, bezweifelte er. Er war sich nicht mehr sicher, ob er gerade existiert und Worte auf Papier niederschreibt; alles je erlebte könnte nie geschehen sein. Vielleicht schliefe er gerade und träumte jetzt alles nur. Es gab wohl nichts, woran Descartes an diesem Zeitpunkt nicht zweifelte, um so wichtiger war es ihn, eine Aussage zu finden, deren Gewissheit ohne Zweifel war.

Diese ,,ultimativen Zweifel" werden als Descartes erste Meditationen bezeichnet. In der zweiten Meditation findet Descartes schließlich die absolute Gewissheit:

Descartes wusste nicht genau, ob das Leben nun ein Traum war oder der Wahrheit entsprach, doch stellte er fest, dass man auch im Traume genaustens weiß, dass 1+1=2 richtig und 1+1=3 einfach nur falsch ist. Folglich fand er in der Mathematik eine Gewissheit, doch reichte diese allein nicht aus, um eine Philosophie aufzubauen. Der Rationalist führte seine Überlegungen weiter: Wenn der Verstand des Menschen (1+1=2) auch im Traume gilt, die mit den Sinnen wahrgenommenen Bilder und Empfindungen im Traum aber schlichtweg falsch sind, so muss folglich Geist und Körper etwas völlig verschiedenes sein, wobei der Geist nicht zu täuschen ist im Gegensatz zum Körper.

Durch diese Erkenntnis kam es zum Dualismus, dem Glauben daran, dass der Mensch aus zwei Elementen(Körper und Geist) besteht. Mit dem Satz ,,Cogito ergo sum" fand René Descartes endlich seine absolute Gewissheit, von der aus er seine Philosophie aufbauen konnte.

Der Verstand war es also nun, welcher Descartes die wahre Erkenntnis bringen konnte, die Sinne waren verwerflich.
So verfügte Descartes endlich über eine Gewissheit. Allerdings brachte sie ihm nur die Erkenntnis, dass er selbst existiert. Alles andere, könnte schließlich immer noch eine Täuschung sein. Den einzigen Ausweg darin, das Zweifeln an allen anderen zu beseitigen, fand er in einem Gottesbeweis, denn ein Wesen wie Gott würde es niemals zulassen, dass die Menschen getäuscht werden.

Der rationalistische Gottesbeweis von Descartes besagt, dass allein im Begriff ,,Vollkommen" die Definition liegt, dass es existent sein muss, denn nicht existente Dinge, sind alles andere als Vollkommen. Durch diese Erkenntnis beseitigt Descartes seine eigene Theroie des Diabolus, einem böse gesinnten Wesen, das des Menschen Sinne gezielt täuscht, denn ein vollkommenes Wesen, wie Gott, würde dies nie zulassen.

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