Thomas von Aquins Leben

Geboren wurde Thomas 1225 auf dem Schloss Roccasecca bei Neapel in Italien, welches sich schätzungsweise 9 km von der Stadt Aquin befindet.
Als siebter Sohn des Herzogs Landulf aus dem feudalen Hochadel der Aquino wurde Thomas, oder auch „Thomas Aquinas“ oder der „Aquinat“ genannt, mit fünf Jahren in das Kloster Monte Cassino geschickt.

1244 trat er gegen den Willen seiner Verwandten in den Bettelorden der eben erst gegründeten Dominikaner ein.

Nach seinem Studium in Paris wurde Thomas 1248, als Lehrer der scholastischen Philosophie, der Beinamen eines Doctor universalis oder Doctor angelicus verliehen. 1248 bis 1252 wurde er Schüler des Albertus Magnus in Köln. Nach weiteren Vorlesungen in Paris von 1256 bis 1259 lehrte er in Rom. Ab 1269 war er als Studienpräfekt seines Ordens in Neapel tätig, wo er 1272 eine Dominikanerschule aufbaute.

Thomas von Aquin starb am 7. März 1274. Papst Johannes XXII. sprach ihn 1323 heilig. Des Weiteren wurde er 1567 in den Rang eines Kirchenlehrers erhoben.


Thomas von Aquin war ein sehr stiller Mensch, dessen Schweigsamkeit jedoch nicht daher rührt, dass er nichts zu sagen hätte, sondern von dem Wunsche, um keinen Preis aufzufallen. Dass in ihm mehr steckt als einem gewöhnlichen Adepten der Theologie und Philosophie, findet nur durch Zufall ein Mitstudent Aquins heraus. Dieser war der Ansicht, einem stillen Kommilitonen ein wenig Nachhilfeunterricht zu erteilen, wobei er entdeckte, dass Aquin Dinge besser erklären konnte, als er selbst, ja sogar als der Professor. Thomas aber bittet den Kommilitonen inständig, dieses Wissen geheimzuhalten.

Thomas von Aquino machte sich nichts aus sich selber. Ihn interessierten nur die Sache, nicht die eigene Person.
Das geht jedoch so weit, dass er gelegentlich in unpassenden Situationen in tiefes Nachdenken versinkt, um dann plötzlich aus jener wieder zu erwachen, wenn ihm eine Überlegung als ausgereift erscheint.
Es gibt über dieses Merkmal eine kennzeichnende Anekdote:

Thomas von Aquin ist beim französischen König Ludwig dem Heiligen zur Tafel geladen. Er schweigt wie gewohnt, fährt dann ruckartig auf, wobei er mit der Faust auf den Tisch schlägt, und schreit: „So muss man gegen die Häresie der Manichäer argumentieren!“ Man kann sich das Verstummen der Höflinge vorstellen. Der König aber erweist sich in diesem Augenblick wahrhaft als der künftige Heilige, denn er zitiert einen Schreiber herbei und lässt das Argument gegen die Lehre der Manichäer aufzeichnen.


zurück